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Fasten – gesund und glücklich durch bewussten Verzicht

Wenn wir von Fasten sprechen, denken wir meist an Verzicht. Kein saftiges Steak mehr für eine geraume Weile, keine Schwarzwälder-Kirschtorte, kein Döner mal so zwischendurch. Nur Wasser, das einem im Mund zusammenläuft beim Gedanken an all die kleinen und großen Sünden. Klar, wem Verzicht ein Verlust ist, der quält sich beim Fasten. Die, die mit Verzicht etwas Neues schaffen wollen, etwa bewusst ein alte Angewohnheit ablegen, erfüllt Fasten mit Glück, tiefer Zufriedenheit, Leichtigkeit und neuer Energie. Daher fasten Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) tut das laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov der Gesundheit wegen.

Bild: © John Block/Blend Images/Corbis
© John Block/Blend Images/Corbis

Keine Selbstkasteiung, keine Nulldiät

Fasten bedeutet nicht, von heute auf morgen einfach nichts mehr zu essen, um schnell mal ein paar Pfunde zu verlieren. Fasten heißt auch nicht, hungern und schlecht gelaunt den Alltag meistern. Richtiges Fasten, ist der bewusste Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel über eine begrenzte Zeit hinweg. Es sollte gut tun und glücklich machen. Der sanfte Nahrungsverzicht entlastet die Verdauungsorgane. Stoffwechsel und Leber müssen weniger arbeiten. Der Körper kann zur Ruhe kommen und wieder Energie tanken. Richtiges Fasten sollte die Selbstwahrnehmung stärken und einem ermöglichen, Körper und Seele intensiv zu erleben – im besten Fall mit dem langfristigen Effekt, einen ungesunden Lebensstil zu ändern. Richtiges Fasten ist ein Reinigung-, Entspannungs- und Aufbauprogramm für Seele, Geist und Körper. Und wer dabei auch noch lästige Kilos verliert, der kann sich über diese positive Begleiterscheinung zusätzlich freuen.


Verzicht als Genuss – was beim Fasten im Körper geschieht

Am ersten Tag reagiert unser Körper auf den Nahrungsentzug mit Stress. Das Gehirn erhöht die Adrenalin- und Cortisolproduktion. Wir sind in Alarmbereitschaft und hellwach. Nach einem Tag ist der gespeicherte Zucker aufgebraucht. Unser Körper schnappt sich nun die Eiweiße aus dem Verdauungstrakt sowie der Muskulatur und wandelt sie in Energie um. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auch in der Fastenzeit zu bewegen. Denn das reduziert den Muskelabbau und kurbelt den Stoffwechsel an.
Nach etwa drei Tagen hat sich unser Körper an das Hungern gewöhnt und wir können den Verzicht sogar genießen: Das Glückshormon Serotonin gibt‘s jetzt vermehrt und ein Hochgefühl macht sich breit. Außerdem werden durch den veränderten Serotoninhaushalt weniger Entzündungsbotenstoffe gebildet. Viele Menschen mit Gelenk- und Rheumabeschwerden oder Migräne fasten daher, denn das mildert ihre Schmerzen. Am vierten Tag setzt die Fettverbrennung ein. Bei einem normalen Körpergewicht können die Reserven bis zu 40 Tage lang reichen.


Von Semmeln über Saft bis Molke

Die Selbstheilungskräfte des Körpers sollen durch Fastenkuren auf verschiedene Art und Weise aktiviert werden. Viele Methoden können zu diesem Ziel führen. Neben den drei bekanntesten Fastenprogrammen nach Buchinger, Mayr oder Schroth gibt es einige spezielle Fastenarten, bei denen sogar Lebensmittel erlaubt sind.  Hier eine kleine Auswahl:
Mayr-Kur: Die Heilkost aus Semmeln und Milch beansprucht kaum die Verdauung. Die Milch spendet wichtige Nährstoffe und entgiftet. Dabei werden die Semmeln und die Milch durch eine spezielle Ess- oder Kautechnik sehr langsam bis zur Sättigung gekaut. Wer häufig unter Verstopfung, Sodbrennen, Antriebslosigkeit oder Kopfschmerzen leidet, kann sich so eine hastige Essweise abgewöhnen.
Heilfasten nach Buchinger: Statt feste Speisen gibt es verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Tees und Gemüsebrühe. Das verringert die Belastung für den Stoffwechsel. Hinzu kommen Einläufe, die der Darmreinigung dienen sollen. Der deutsche Arzt Otto Buchinger kurierte sich damit angeblich von schweren Stoffwechselstörungen.
Früchtefasten: Bis zu fünf Portionen frische Früchte und Obst oder leicht gedünstetes Gemüse am Tag sind erlaubt. Diese Methode ist für Menschen gedacht, die befürchten, nicht genug Durchhaltevermögen zu haben, oder deren Konstitution es nicht erlaubt.
Heilfasten nach Hildegard von Bingen: Bei diesem sanftes Fasten gibt es ein- bis zweimal täglich eine so genannte Fastensuppe. Hier werden Dinkelkörner mit Gemüse, grünen frischen Kräutern und Gewürzen abgekocht. Die Brühe enthält genug Spurenelemente um den Elektrolyt-Haushalt in Balance zu halten.
Molkefasten: Insgesamt ein Liter Molke wird über den Tag hinweg verteilt getrunken. Molke ist besonders reich an Kohlenhydraten, Milchsäure und hochwertigem Eiweiß. Vorteil: Durch die Aufnahme der Molke ist ein geregelter Haushalt an Mineral- und Vitalstoffen gegeben.
Schrothkur: Hier wechseln sich Trink- und Trockentage ab. An einem Trockentag darf man alte Semmeln und Zwieback essen, aber nur wenig trinken. An einem Trinktag wird dann dafür wieder viel getrunken.

Achtung: Vor einer Fastenkur sollten Sie sich gründlich von Ihrem Hausarzt durchchecken lassen. Prinzipiell gilt: Kurze Fastenkuren über wenige Tage und auch längere Fastenkuren von zwei bis vier Wochen sollten nur völlig gesunde Menschen unter fachkundlicher Betreuung und ärztlicher Kontrolle machen. Denn beim Fasten ist eine korrekte und ausreichende Energiezufuhr notwendig. Schwangere, Stillende, Menschen mit akuten und chronischen Krankheiten dürfen nicht fasten. Auch für Kinder und Jugendliche sowie ältere Personen ab 70 Jahren ist Fasten aus gesundheitlichen Gründen nicht geeignet.

Die drei Phasen des Fastens:

Die Fastenzeit lässt sich in drei Phasen einteilen. Nur im Zusammenspiel führen sie zu dem gewünschten Ergebnis:
Umstellung: Die Umstellung auf eine leichtere Ernährung dauert etwa drei Tage. Sie gilt als die schwierigste Phase des Fastens. Zu Beginn wird mithilfe von Einläufen oder Abführmitteln der Darm von Speiseresten gereinigt. Als negative Begleiterscheinung können eine schlechte Stimmung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Hautreaktionen und ein niedriger Blutdruck auftreten.
Entschlackung: Jetzt beginnt das eigentliche Fasten. Dadurch dass keine feste Nahrung aufgenommen wird, wird die Produktion von giftigen und belastenden Stoffwechselprodukten weitestgehend vermieden. So kann sich der Organismus voll auf seine Regeneration konzentrieren. Die Begleiterscheinungen der Umstellungsphase verschwinden langsam und ein positives Körpergefühl setzt ein.
Fastenbrechen: Der Organismus wird langsam wieder an die normale Kost gewöhnt. Zuerst isst man in Maßen frisches Obst und Gemüse, dann darf allmählich wieder zu anderen Lebensmitteln gegriffen werden. Diese Aufbauzeit sollte mindestens vier Tage dauern. Optimal ist etwa eine Woche oder ein Drittel der eigentlichen Fastenzeit.


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